Neujahrsvorsatz: Sport.

Das neue Jahr ist da und mit ihm die guten Vorsätze.
Mehr Kreativität, öfter mal an die frische Luft gehen, den Job schmeißen oder die Chefin endlich nach einem Date fragen? Irgendetwas bekanntes dabei?
Auf jeden Fall ein WHAM!-mäßig immergrüner Dauerbrenner unter den guten Vorsätzen ist: (mehr) Sport treiben. Denn besonders nach den kaloriendichten Weihnachtstagen grüßt wie jedes Jahr das Speckrollentier.

Ich selbst bin natürlich genauso betroffen wie die allermeisten. Ich sage mal so: Wer über Weihnachten nicht fett wird, hat entweder den Stoffwechsel eines Frettchens, auf Kokain oder liegt im Koma.

 

Entsprechend steht auch beim guten Konny ein kleiner Kalorien-Cut an, den man gerne auf Instagram (@salatundstahl) folgen kann. Ich bin zwar nicht scharf darauf, dass nun alle Welt meinen Bauchnabel sieht, aber immerhin muss ich es dann durchziehen.

Zurück zum Thema: Besonders wenn du noch nie wirklich Sport getrieben hast oder deine Akte eine Karteileiche in irgendeinem Fitnessstudio ist, dann wird dir dieser Text vielleicht helfen können deinen Sportvorsatz WIRKLICH und DAUERHAFT in die Tat umzusetzen.

Ersteinmal: Kein Stress.
Jeder hat, bevor er oder sie angefangen hat, mal nichts gemacht. Die Entscheidung etwas zu ändern kann man jederzeit treffen.
Die Hauptsache ist, man schafft es irgendwann bevor man den letzten Atem aushaucht. Nur danach - Mit Betonung: NUR danach, ist es tatsächlich zu spät. Wenn du diesen Text liest, hast du hoffentlich noch ein paar Jahre vor dir.
Also was hält dich auf?

Ich mag keinen Sport!

"Ich mache das nur aus sozialem Druck, als Alibi um meine Pfunde auf den langsamen Stoffwechsel zu schieben oder pur aus Disziplin um die Form zu halten."

Zuerst einmal kann ich dich beruhigen. Das ist Firlefanz. Niemand mag keinen Sport. Ja richtig gehört. Aber bevor du nun entrüstet über diese dreiste Aussage den Computer in die Ecke wirfst, lass mich erklären:

Die Aussage „Ich mag keinen Sport“ trägt zusammen mit „Ich mag kein Essen, schlafen finde ich doof und Luft nervt auch“ das Label:
„Dieses Programm ist nicht mit dem aktuellen Betriebssystem kompatibel“.
Klar gibt es seltene Ausnahmen, aber das sind dann eben ernstzunehmende psychische, bzw. somatische Erkrankungen und bedürfen professioneller Hilfe.
Ich hoffe dazu gehörst du nicht!

Der Mensch ist zum Bewegen gemacht. Das Fehlen von Bewegung ist ein krankhafter zustand der sich 100% früher oder später in erst schwachen, dann in stärkeren körperlichen und geistigen Symptomen äußert.

Also was denke ich, was du eigentlich mit „ich mag keinen Sport“ aussagen möchtest? Untersuchen wir es einmal an einem konkreten Beispiel:

 

Silvester ist um. Vorsätze sind gefasst. Der Speck muss weg! Laufschuhe herausgekramt, Sportzeug an und sogar ins üsselige Wetter draußen geschafft. Los geht der Spaß.

Die ersten 10 Minuten fühlen sich so an als würde bei jedem Schritt jemand mit einem Schraubenschlüssel auf Knie oder Knöchel einschlagen während sich die Lungen anfühlen, als würde man versuchen flüssiges Blei einzuatmen. Dann wird es etwas erträglicher. Die Scherzen lassen etwas nach, das Tempo geht etwas hoch. WOW! Vielleicht besteht doch noch Hoffnung. Ich bin ja fast nicht langsam. LOL. Nach 20 Minuten reichts dann aber auch, es gilt ja nicht auf einen Marathon zu trainieren. War gar nicht so übel. Jetzt erstmal was essen!

Am nächsten Tag schmerzen die Schienbeine und der Arsch als ob sie versuchen würden sich aus Protest selbst zu verbrennen. Das kann nicht gesund sein. Die Schuhe kommen in den Schrank!

 

Die drei Mechanismen, die dir die Sportlerkarriere verbauen und zusammen die Illusion erschaffen, keinen Sport zu mögen, sind das (von mir) so genannte Inertialproblem, die Modalitäts-Präferenz-Inkongruenz und der Lauchfaktor.

 

Beginnen wir mit dem

Inertialproblem 

Inertia, also „Trägheit“ beschreibt den Widerstand eines Systems seinen Zustand zu ändern. Das System bist du, dein Zustand ist vermeintlich Lappenhaft. Den Widerstand des Systems diesen Zustand mittels Sport zu verlassen, fühlst du als ein sogenanntes AUA oder MIMIMI.

Um einen liegenden Stein ins Rollen zu bringen kostet es Mühe. Dasselbe gilt für dicke Hintern.

Doch es gilt auch andersherum. Wenn der Koloss einmal den Berg hinunterrollt, braucht es mindestens einen Urlaub oder Weihnachten, um den Zug wieder abzubremsen. Wer also einmal ins Rollen kommt, kann dies für sich nutzen. Problematisch ist es nur am Anfang.

Zusätzlich ist der Körper natürlich nicht an die Belastung gewohnt. Sport fühlt sich also an wie Mord. Wie oft höre ich als Trainer:

„Ich hatte nach dem neuen Trainingsplan so einen Muskelkater, dass ich wieder den alten gemacht habe“

Natürlich ist eine anfängliche Leistung enttäuschend, aber davon darf man sich schlicht nicht entmutigen lassen!

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Du hast auch nicht das lesen an den Nagel gehängt, weil die Buchstaben nach dem L dir nicht so lagen.

Kurz auf den Punkt bringen könnte man es mit: „Bist du scheiße in etwas, fühlt es sich scheiße an“ zusammenfassen. Und das bleibt so bis du etwas weniger scheiße bist.

Menschen sind Gewohnheitstiere erster Güte. Wenn wir über Jahre gelernt haben, dass ein Nachmittag aus Couch und Keksen besteht, ist es schwer unserem Nervenklumpen im Oberstübchen zu verklickern: Durch den Regen rennen oder schwere Sachen vom Boden aufheben wäre doch auch fein.

Weiß ich wovon ich rede?

Ohja! Ich war nicht nur in mehr Sachen schlecht, als viele Leute überhaupt ausprobiert haben. Ich war auch in allem mehrmals schlecht, nachdem ich schon etwas erreicht hatte.

Ob Grundwehrdienst, Verletzungen, Auslandsaufenthalte, Lehrgänge oder der Jakobsweg: Kaum habe ich mal wieder etwas Kondition oder eine neue Fertigkeit aufgebaut, setze ich einige Zeit aus und kann wieder von Vorne anfangen.

Ich muss offen zugeben, dass ich es nicht geschissen bekomme in Form zu bleiben, wenn ich nicht einen geregelten Tagesablauf habe.

Und jedes Mal, wenn ich aber danach wieder diszipliniertes Training begonnen habe, dachte ich: „Das ist sowasvon UNCOOL. Wenn ich nicht WÜSSTE, dass mir das bald wieder gefällt, wäre ich hier in einem Wimpernschlag weg!“  

 

Hier kommen wir zum zweiten Aspekt, der

 

Modalitäts-Präferenz-Inkongruenz.

 

FunFact: Da Soziologie Teil meines Bachelors war, bin ich verpflichtet, beizeiten lange und komplizierte Fachwörter zu erfinden.

 

Sport macht zwar Spaß, aber nicht jeder Sportart gleich viel. Analog dazu musstest du erst lesen können, um herauszufinden, welche Bücher du gerne liest.

Genauso muss der Sport-Stein erstmal ins Rollen kommen, der Körper sich mit seiner „neuen“ Rolle abfinden, um dir zu ermöglichen herauszufinden, was Spaß macht, weil nichtmehr alle Muskeln nach Hilfe schreien.

Zum Glück WUSSTE ich, immer wenn ich neu angefangen habe schon, dass es mir Spaß machen wird, wenn ich nicht mehr absolut an Anfang stehe.

Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich mir Jahrelang niemals hätte vorstellen können, dass ich einmal Olympischem Gewichtheben etwas abgewinnen könnte.

Eine Stange mit Gewichten über meinen Kopf bewegen. Welch überaus interessantes Unterfangen. NICHT.

Warum sage ich das?

Da man vielleicht gar nicht weiß, was einem gefallen könnte, gibt es nur eines: Ausprobieren. Ich habe in meiner bisherigen „Sportlerkarriere“ schon so einiges Ausprobiert.

Angefangen mit Kampfsport/Kunst von Karate, über Kickboxen, Exkurse ins Ving Tsun, über Basketball, sämtliche Studiokurse von Zumba, Bauch-Beine-Po und Bodenturnen bis zum Standard-Gerätetraining im Fitti oder der low-budget Variante mit Körpergewicht im Park.

Muss du jetzt also ALLES ausprobieren?

Ich denke es gibt zwei Faktoren, die schon sehr stark eingrenzen, welche Sportarten überhaupt in Erwägung gezogen werden können.

Zum einen, wie ich mich sporttechnisch in einer Gruppe fühle, zum Anderen, wie ehrgeizig, bzw. kompetitiv ich bin.

 

Erster Faktor:

Lieber alleine vs. Lieber in der Gruppe 

(Einsamer Wolf vs. Sardine)

 

Es gibt so einiges, was sowohl Schweißtröpfchen auf die Stirn bringt, als auch völlig ohne andere Menschen auskommt. Ob man den ganzen Tag von Menschen umgeben ist und einfach mal seine Ruhe haben will, oder ob die anderen einen unangenehmen Druck erzeugen, da man sich mit ihnen ungewollt ständig vergleicht: Völlig Tofuwurst. Wer lieber alleine sportelt muss nicht in eine Gruppe.

So manches Sportteam währe unter Umständen viel besser dran, wenn der Hecht, der nie den Ball abgibt, stattdessen einfach seinen Runden um den Weiher drehen oder im stummen Kämmerlein Eisenstangen vom Boden heben würde.

Es gibt natürlich echte Teamplayer. Wer den Gemeinschaftssinn liebt und neue Freunde finden will, ist in einem Verein oder einer anderen Schicksalsgemeinschaft  besser aufgehoben als alleine im Fitti auf der Beinpresse. Viele gehen deswegen alleine zum Sport, weil sie dort ihre Kumpels treffen.

Das Zwischending zwischen Einzelkämpfer und Teampsportler. Damit sind weder die Torschützenkönige gemeint, die vergessen, dass es noch ein Team gibt, noch die McFitty Körperästhetiker die mehr mit potentiellen Sexualpartnern interagieren als mit ihren Gewichten. Nein, die Zwischenkategorie sind Kurse (wie z.B. Body Attack oder Zumba), in denen zwar jeder für sich alleine arbeitet, allerdings trotzdem in einer Gruppe mit den entsprechenden Vor- und Nachteilen beider anderen Kategorien.

 

Zweiter Faktor:

Ehrgeiz vs. Spaß

(Westpoint vs. Waldorf)

Als zweiter Faktor stellt sich einfach die Frage: Bin ich grundsätzlich hungrig und will immer mehr? Versuche ich jedes mal ein wenig mehr zu leisten und meine Gegner zu vernichten oder finde ich das eher hohl.

Ein hypermotivierten Kraftdreikämpfer wird vielleicht während einer Zumbastunde plötzlich den Instruktor packen um ihn wie eine Hantel zu stemmen. Das passt natürlich selten in die Choreo und stört daher den Ablauf.

Andererseits hat ein entspannter Yogi seine neuen vollblutigen Rennradkollegen wahrscheinlich vor dem ersten Anstieg zum letzen Mal gesehen.

 

 Die Kategorien

Das Verhältnis zu anderen und das Level des Ehrgeizes alleine ergeben schon 6 Kategorien. Also grob nur noch ein Sechstel der Sportarten, die man ausprobieren muss. OMG!

 

 

Diese Kategorien möchte ich im Folgenden kurz vorstellen. Dazu werde ich zumindest ein paar Beispielsportarten nennen. Natürlich ist das meine Einschätzung.  

Kategorie 1 : Einzelkämpfer on FIRE

Die Motivation ist vorwärtskommen. Zeitverschwendung gibt es nicht. Hier würde ich solche Sportarten einordnen, die sich der Perfektion einer bestimmten Fertigkeit oder einem Verbund davon verschrieben haben.

Bodybuilder: Im Fitnessstudio wird der perfekt proportionierte Körper geschmiedet. In der Volksnäheren Auslegung der Sportart trainieren Männer strikt nur den Oberkörper für ein Kreuz, dass nicht durch die Tür passt. Frauen ausschließlich den Booty.

Powerlifter: Hier ist das Ziel nicht Ästhetik, sondern Kraft. Ziel ist soviel Gewicht wie möglich beim Kreuzheben, Bankdrücken und beim Kniebeugen zu bewegen. Du willst deinen Umzug allein wuppen? Mach Powerlifting!

Calisthenics: Wer Schweres Eisen bewegen will soll doch einfach Lokführer werden? Wenn du damals schon der Star auf dem Spielplatz warst, versuch doch mal dein Comeback mit den Körpergewichtsübungen des Calisthenics und schau wie die Kiddies versuchen alles nachzumachen.

Darf es eher was für die Ausdauer sein? Ob Schwimmen, Laufen oder Cross/Rennrad-Fahren, hier kann man seine Leistung konstant steigern. Bei den Wettkämpfen heißt es dann: Du gegen 500 andere. Der erste war am schnellsten! Früher oder später zieht es die meisten Ausdaueraffinen dann eh zum Triathlon. Distanzen sind längst keine Grenzen mehr. Schwimmen, Laufen und Radfahren hintereinander. Der Ironman auf Hawai ist nur eine Frage der Zeit.

 

Kategorie 2: Runterkommen ohne Blutrausch

Du brauchst eher Ruhe um runterzukommen,. Es muss nicht zwangsläufig jemand deinen Staub fressen damit du dich gut fühlst? Die Klassiker sind auch hier die Ausdauersportarten: Laufen , Fahrrad und Schwimmen. Einfach ohne Druck, vielleicht mit etwas Musik den Kopf freikriegen.

Eher stationär dagegen: Yoga, Qi Gong. Nach einem Einführungskurs oder direkt mithilfe von Büchern oder YouTube kommst du auch hier runter. Zwar bleibt die Ausdauer auf ihrem Level, doch du wirst beweglicher, verbesserst deine Haltung, Atmung, Kraft usw. auf sanfte Art. Einige Krankenkassen unterstützen z.B. Anfänger Kurse im Yoga. Vielleicht macht das somit den Einstig auch aus einer finanziellen Sicht etwas einfacher.

Um körperlich gesund zu bleiben kombiniert man am Besten eine Ausdauersportart mit etwas wie Yoga

 

Kategorie 3: Allein im Verein

In einer Gruppe zu trainieren motiviert dich? Aber weder deine Hantel noch deinen Ball gibt’s du gerne ab? Dann hast du zwei Optionen:

Erstens, für Spaß im Fokus:

Das Wichtigste für dich ist: Es soll Spaß machen und du willst dir nicht selbst dein Training planen und dich motivieren? Dann versuch die Kurse im Fitnessstudio. Eigentlich jedes Fitnessstudio bietet Kurse in Gruppen an. Du bist motiviert durch die anderen, die Übungen sind vorgegeben. Einfach zur richtigen Zeit aufkreuzen, durchziehen, rausgehen, fertig.

Langhantel: Ganzkörpertraining im Takt der Musik. In 60 Minuten alle Muskeln zum Wachstum angeregt, richtig schön geschwitzt und das mit motivierenden Musik. Die bekanntesten Lizenzen sind Bodypump und HotIron

Tanzen: Ohne Gewichte einfach mit Musik im Fokus abtanzen ohne den Stress im Club? Einfach ausprobieren.

Body-Mind: Ob Yoga, Qi-Gong, Pilates eher Gesundheitsoriertieres Training in der Gruppe ohne Hektik zum Runterkommen.

Aerobik: Ob auf dem Stepper, auf dem Boden, kampfsportinspiriert, mit Gummiband oder wieauchimmer: Fetzige Musik macht dich wieder heiß und zieht dich durch die Stunde. Ausdauer?: ja. Mukkies gibt es hiervon eher weniger.

Oder zweitens:

 

Kategorie 4: Eyes on the prize

Du bist motiviert in einer Gruppe und willst mit anderen zusammen wachsen, willst aber wirklich Leistung zeigen? Dann solltest du eher über einen Verein nachdenken.

Natürlich gilt alles Vorhergesagte über die Fitnessstudiokurse auch für Vereine. Auch die bieten Kurse für Breitensportler. Doch im Gegensatz zu Fitnessstudiokursen wird hier auch der Leistungsgedanke bedient.

Einzelkämpfervereine:  Alles was man alleine machen kann, geht natürlich auch in der Gruppe. Es gibt also Triathlonvereine, Schwimmvereine, Powerliftervereine usw. Doch hier ist man nicht alleine, hat Mitstreiter und Coaches die einen verbessern können und eben die ganzen Vor- und Nachteile eines Vereins.

Kampfsport: Einzelsportarten, die relativ unmöglich alleine zu trainieren sind, sind natürlich alle Kampfsport bzw Kampfkunstarten. Klar ist es möglich wie Jan-Claude im Garten Bananenpalmen umzutreten und mit Holzpuppen zu kämpfen. Doch ein Lehrer und Sparringspartner sind der deutlich spaßigere Weg. Hier gibt’s alles: Kraft, Ausdauer, Koordination.

Crossfit: Natürlich darf der Sport meines Herzens nicht fehlen. Eine Kombination aus Gymnastik, Olympischem Gewichtheben und intensivem funktionellem, ständig wechselnden Zirkeltraining. Ein Crossfitter kann nichts wirklich sehr gut, aber alles ziemlich gut. Jeder kämpft sich allein durchs Workout, aber im Rahmen einer Gruppe.

 

 

Kategorie 5 und 6: Teamplayer

 

Wenn du weißt, dass du Teamspieler bist, gibt es relativ wenig intelligentes zu sagen. Ich würde sagen es gibt drei zentrale Fragen:

 

  • Welche Sportart reizt mich?
  • Will ich Spaß haben oder Leistung bringen?
  • Wie gefallen mir meine Teamkollegen/ neuen Freunde?

 

Mit Sportarten zu beginnen, die einen nicht abstoßen ist sicher ein guter Anfang. Die nächste Frage sollte dann sein, ob es reicht regelmäßig „etwas zu tun“ und ein neues Hobby zu finden oder ob es sich um eine Leidenschaft handelt. Wer der nächste Michael Jordan werden will, braucht strukturiertes Training und wird von dauerndem „gezocke“ schnell frustriert. Andererseits wer einfach Spaß haben will, wird sich schwer tun Technik zu trainieren und Liniensprints zum Ausdaueraufbau zu machen.

Sollten dann noch Vereine zur Auswahl übrig sein, ist die letzte Frage nurnoch, ob die Teamkollegen potentiell die neue Familie werden könnten. Wer mit seinen Teamkollegen menschlich nichts anfangen kann, braucht es garnicht erst versuchen.

 

Der Lauchfaktor

 

Der letzte Faktor ist natürlich bei aller Begeisterung nicht von der Hand zu weisen. Sport ist anstrengend. Aber das ist kein Grund Sport nicht zu mögen. Das Leben ist anstrengend und kein gutes Gefühl kommt ohne Anstrengung.

Im Job, in der Beziehung, im Straßenverkehr überall lauern Anstrengungen. Es ist also keine besondere Eigenschaft des Sports.
Es ist die Einstellung zur Anstrengung im Allgemeinen die bestimmt, ob die schmerzenden Oberschenkel als Zeugen der Fähigkeit sich über Hindernisse hinwegzusetzen willkommen angenommen werden oder ob sie als einzigartige Eigenschaft als Vorwand für vermeindliche Abneigung produziert werden. Hieraus füttert sich auch der bekannte Aphorismus:

Sport does not create character. It reveals it.

(Sport formt nicht den Charakter, sondern er offenbart ihn)

Sicher bildet Sport natürlich auch den Charakter, da man graduell lernen kann immer größere Hindernisse zu überwinden: Stichwort Selbstwirksamkeit. Von den ganzen biologischen Effekten will ich garnicht anfangen. Bis auf eine Ausnahme:

Im Vergleich zu geistigen Anstrengungen gibt es bei körperlichen Anstrengungen im Anschuss direkt eine hormonelle Belohnung. Allein von diesem Endorphinsturm angefixt zu werden kann schon reichen um am Ball zu bleiben.

 

Zusammengefasst:

Falsch ist:

Sport macht keinen Spaß, muss aber vielleicht sein.

Eher:

Sport macht am Anfang weniger Spaß, weil man noch scheiße ist.
Manche Sportarten machen weniger Spaß als andere.
Anstrengung ist anstrengend aber belohnend.

 

Ich hoffe, dass ein paar sinnvolle Gedanken dabei waren.

Frohes neues Jahr!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Name .
.
Nachricht .

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen